Freitag, 27. März 2020

Corona Blues


Hallo Welt,

na wie geht es dir? Bist du gerade in Gedanken versunken? Denkst du daran wie du im Moment so bist, kommst du klar mit dir? Warum ich das frage? Ich habe heute im Radio etwas Interessantes gehört. Darin wurde mitgeteilt, dass viele Menschen jetzt ein Problem haben und das ist, dass sie durch die Isolation viel Zeit mit sich selbst verbringen und über sich selbst nachdenken. Ich schließe mich der Aussage an, das ist für so manch einen ein Problem. Besonders weil die Personen, die sich ihre Bedeutung für ihr Sein nur durch die Bestätigung anderer ziehen, wurden jetzt abgekappt von ihrer Lebensquelle. Natürlich gibt es immer noch Facebook, Instagram, You Tube, etc., aber diese Plattformen sind schon weitestgehend von anderen Profilneurotikern besetzt. 

Ich habe es da einfacher, ich blogge. Und durch meine gewaltige Anhängerschaft…also die 0 Personen…bin ich gegen den inneren Verfall gewappnet. Naja, eig. bin ich mit mir schon lange ziemlich im Reinen. Ich kenne meine Fehler, meine Macken und meine Stellung in der Gesellschaft. Ich betrachte mich schon seit Langem als Mittelmaß, denn ich kann nichts besonders gut und interessiere mich nicht nur für eine Sache besonders viel. Ich mache hier etwas und mache da etwas, aber nichts wirklich richtig oder auf einem Top-Level. Ich bin auch nicht wirklich schlecht, dafür gebe ich mir einfach zu sehr Mühe, wenn ich schon etwas mache. Schwieriger wird da die Interaktion mit anderen Menschen. Grundsätzlich bescheinige ich mir selbst pflegeleicht zu sein, doch in Wirklichkeit macht mich mein Interesse für alles und Desinteresse für alles doch mehr oder weniger antriebslos und damit schwierig für andere. Alles lenkt mich ab und nichts fesselt mich. Ich selbst bin hervorragend gerüstet für die Einsamkeit…für andere bin ich eher anstrengend. Versuche ich den anderen zu gefallen und die Anstrengung zu reduzieren, so durchbreche ich mein eigenes Ich.

Mein größtes Interesse gilt meiner Familie, also meiner Frau und meinen Kindern. Sie sind, auch wenn es wie ein Klischee klingt, das wichtigste für mich und ich möchte, dass es ihnen an nichts mangelt. So bin ich seit einer Weile auf der Suche nach einer Möglichkeit, wie ich etwas konstruktives aus meinen Eigenschafften machen kann. Und das fällt mir verdammt schwer, denn meine größte Eigenschafft ist, vieles zu können, aber nichts auf einem so hohen Level, dass ich aus der Masse herausstechen kann.

Und so denke ich doch über mich nach und mein Tun, doch es ist nicht die Isolation, die einen zum Grübeln bringt, es ist das Leben selbst.

Mittwoch, 25. März 2020

Die EU in Zeiten der Krise


Hallo Welt,

ja, Corona bestimmt im Moment alles und auch ich hänge mich an das Thema dran, jedoch nur indirekt. Ich nutze die Pandemie um meinen Frust über das Miteinander in der EU Luft zu machen. Es ist schon erstaunlich wie wenig dieses Gebilde aus 27 Ländern etwas hinbekommt, wenn es darum geht mal zusammen zu halten. Krisen sind grundsätzlich immer eine gute Möglichkeit zu zeigen was man kann, wer ist wirklich etwas wert und wer redet nur daher. So war für mich Markus Söder eine ziemliche Überraschung. Mag sein, dass er sich profilieren wollte, aber darin steckt auch das Wort Profil und so hat Herr Söder seine Person mal klarer positioniert. Rasche und nicht unbedingt populäre Entscheidungen, aber er tat es einfach. Ich schweife ab.

Kommen wir zurück zur EU, die ja schon während der Flüchtlingskrise gezeigt hat, wie unfähig man ist gemeinsam Probleme zu lösen. Dabei war diese Herausforderung im Vergleich zu der jetzigen harmlos. 3 Mio. Menschen auf einem ganzen Kontinent unter zu bringen und in eine Gemeinschaft von über 800 Mio. anderen Menschen zu integrieren. Was zum Teufel ist denn so schwer dran? Natürlich, wenn jedes Land, jedes Ego, mitsprechen und mitbestimmen darf und keinen Millimeter weicht, dann ist es natürlich unmöglich. Die EU verreckt an ihrer eigenen besessenen Demokratieidee.

Der nächste große Witz war die Wahl des Kommissions-Präsidenten. Eine einzige große Lachnummer, die damit endete, dass man schamlos das Wahlvolk an der Nase herumgeführt hat.

Die Briten raus zu kicken war erfrischend anders, da war ein gewisses Maß an Geschlossenheit zu sehen. Wobei ich behaupte, dass die Ostländer sich für das Thema nicht so interessiert haben um wirklich zu intervenieren. Man merke, ich halte nicht viel von der EU-Osterweiterung.

Dann, kurz vor der Corona Krise, erneut das Thema Flüchtlinge. Da geht doch Erdogan hin und macht die Tore Richtung EU auf. Und was tut die EU? Reagiert panisch und hektisch, so dass die Griechen die Situation erstmal alleine ausbaden müssen. Für mich ist absolut nachvollziehbar, dass die Griechen die Grenze mit allen Mitteln verteidigt haben, warten die doch schon seit Jahren auf eine gemeinsame Lösung der EU für die bereits seit Jahren gestrandeten Flüchtlinge. Die Befürchtung ist groß, auch auf den Neuankömmlingen sitzen zu bleiben.

Und nun das, eine Pandemie. Wild fangen die Länder an ihre Grenzen dicht zu machen, auf jeden Fall schneller, als der Schengen-Vertrag überhaupt ausgehandelt wurde. Für das ein oder andere Land war Corona sogar willkommen, denn nun hatte man auch einen Grund die Grenzen zu schließen und durch einen Ausnahmezustand die demokratischen Rechte auszuhebeln, ohne dass die EU hier Einspruch eingelegt hätte. Dann kollabierte das Gesundheitssystem in Italien. Man kann jetzt darüber streiten, wessen Schuld das ist, aber fakt ist, dass die Italiener ganz schön in Nöten sind. Was macht die EU? Garnichts, man hört nichts von Gemeinschaft und Hilfe der übrigen Länder. Nein, es kommen Chinesen, Russen und sogar Kubaner, aber ich höre nichts von Dänen, Polen, Deutschen, etc. Jeder ist nur noch mit sich selbst beschäftigt und versucht seinen Laden am Laufen zu halten. Wenn diese Reaktion Standard ist, wozu ist die EU eig. noch gut?

Natürlich muss man erwähnen, dass Frankreich jetzt große Unterstützung der Nachbarländer bekommt. Aber auch hier, wurden die Entscheidungen nicht durch die EU getriggert, sondern national und teilweise regional getroffen. Die EU-Gremien als Koordinationsmittel der 27 Länder versagen in jeder Krise und können eig. eingespart werden. Die Leute sind das Geld nicht wert, dass sie dafür bekommen.

Sonntag, 22. März 2020

Der sehr schlaue Trump


Hallo Welt,

wie für wahrscheinlich sehr viele Menschen ist Donald Trump für mich ein Rätsel. Dabei ist nicht die Person Trump rätselhaft, sondern wie so ein Mensch es schafft eines der mächtigsten Ämter dieser Welt zu bekleiden. Erst die letzten Tage wurde ich was das angeht wieder mal bestätigt. Es war ein Satz, ein sehr kurzer Satz, doch mit einem Inhalt, der einen direkt trifft. Trump sagte „Sie wissen, ich bin ein schlauer Typ!“. Diesen Satz sagte Trump an die Presse gerichtet. Er meinte diesen Satz genauso, wie er ihn formuliert hat. Dieser Satz erwartet auch keine Bestätigung, er zeigt einfach Tatsachen auf…quasi Fakten.

Das drum herum mag bedeutend sein, es ging um Corona und ein mögliches Heilmittel, das doch keines ist. Das sind Themen, auf denen schlittert so manch ein Politiker im Moment herum. Nein, mich faszinierte nur dieser eine Satz. Ich dachte mir, entweder ist der Mann ein Genie oder hat eine sau gute Presseabteilung. Mit diesem Satz besiegt man alles und ignoriert so ziemlich jeden. Es ist die pure Arroganz gepaart mit Überheblichkeit und Größenwahnsinn. Jegliche anderslautende Argumentation, egal für welches Thema, wird damit quasi für einen selbst zu Nichte gemacht. Damit existiert im Universum Trump keine andere Wahrheit und wenn es doch nicht funktioniert, nicht stimmt, dann wurde hier etwas eindeutig Falsches gemacht, es wurden Fehler begangen…doch nicht von Trump. Und das merkt man schon seit je her bei Mr. Präsident. Jede Rede, jeder Tweet zeugt von Teflon-Rhetorik. Es werden Aussagen benutzt, die sich die größtmögliche Übertreibung zu Nutze machen. Großartig, Gewaltig, noch nie dagewesen, niemals erreicht, so gut wie noch nie…etc. Damit frisst Trump seine Gegner auf, auch Biden wird dieser Methode zum Opfer fallen. Das Problem ist dabei nicht, dass Trump davon absolut überzeugt ist (mir fällt jetzt kein größerer Egomane der Geschichte ein). Das Problem ist, dass eine sehr große Wählerschaft in den USA sich von solchen Statements einwickeln lässt. Und mit jeder solchen Botschaft zieht sich der Knoten noch fester zu. Irgendwann kann Trump jeden ach so großen Mist behaupten und man wird ihm glauben. Und wenn es doch im Nachhinein als Fehler herauskommt, dann wird Trump behaupten, dass jemand Fehler gemacht und er es immer anders gewusst hat. Schließlich wusste er auch, dass Corona eine Pandemie ist, bevor es zu einer Pandemie wurde.

Zum Schluss möchte ich doch noch eine Lanze für Trump brechen. Gewählt wurde er vor allem für seine Wahlversprechen und diese, so muss man ehrlich sein, versucht er tatsächlich umzusetzen. Dass er für sein Wahlprogramm/ Regierungsprogramm tatsächlich eine Mehrheit in den USA zu finden ist, das ist ein anderes Thema. Jedoch, was die Einhaltung seiner Versprechen angeht, so könnte so manch ein anderer Politiker ein Beispiel daran nehmen.